Kryobot
Eine Eissonde zur Erforschung extraterrestrischen Lebens
Ein Kryobot ist eine Sonde, die sich durch Eis hindurchschmilzt um
dieses und darunterliegende Medien zu erkunden.
Das Kunstwort Kryobot setzt sich aus den Wörtern Kryos (gr.: das Kalte)
und Robot (abgeleitet russ.: arbeiten) zusammen und bedeutet somit in
etwa Eisroboter oder Eissonde.
Kryobots existieren bislang nur in theoretischen Überlegungen und als
vereinzelte erste Prototypen. Bisher erreichen diese Prototypen nur
wenige Zehnermeter Tiefe. Geplante Einsatzgebiete sind vor allem die
Erkundung der Eistiefen und darunterliegender Gewässer der Arktis und
Antarktis sowie in fernerer Zukunft die Erforschung des Mars und der
Eismonde des äußeren Sonnensystems. Hierbei ist ganz besonders an die
Untersuchung des Jupitermondes Europa und des Saturnmondes Enceladus
zu denken, unter deren Eispanzer flüssiges Salzwasser als potenzielle
Lebensräume ausserirdischen Lebens vermutet werden kann.
(Diese Absätze gingen am 05.04.2005 als Textspende an de.wikipedia.org)
Um die eventuell mehrere Dutzend Kilometer mächtige Eisdecke auf fremden
Himmelskörpern durchfahren zu können, wird ein Kryobot eine dauerhafte Energiequelle
mit sich führen müssen. Theoretisch am geeeignetsten erscheinen dafür
Plutonium-Batterien in der Art,
wie sie für die Pioneer- und Voyagersonden der NASA
auf ihren Flügen ins äußere Sonnensystem verwendet wurden.
Verschiedene denkbare Funktionsprinzipien eines Kryobot
a: Externe Energieversorgung, z. B. über Solarpanel
b: Interne Energieversorgung mittels Plutoniumbatterie
c: Datenübertragung per Mini-Relais statt Datenleitung
Ein Kryobot durchstößt die Eisdecke auf dem Jupitermond Europa (Artwork, NASA).
Der Einsatz von Kryobots wäre eine geeignete Methode, die Tiefengewässer der Jupiter- und
Saturnmonde (Europa, Enceladus) oder auch
die Eiskalotten der Marspole zu erforschen.
Prototyp eines Kryobot, den die NASA im Jahre 2002 in Norwegen erprobt hat (NASA/JPL)..
Mit diesem Prototyp konnte eine Tiefe von fast 25 Metern erreicht werden. Das Gerät ist
etwa 1 Meter lang und durchmisst 12 cm. Der
heiße Kopf
schmilzt sich durch das Eis und
sinkt durch die Schwerkraft nach unten. Die Apparatur zieht ein Datenkabel und ein
Halteseil hinter sich her, um mit der Oberfläche in
Verbindung
zu bleiben. Da der
Schmelzkanal hinter der Sonde wieder zufriert, müssen die Kabel, wie oben in der
Prinzipskizze gezeigt, vom Kryobot selbst mitgeführt und dort abgewickelt werden.
Quellen:
http://www.space-science-journal.de/Technologie/technik020220_cryobot.html
http://www.exobiologe.de/kryobot.html
http://marsgeologie.tripod.com/